Im Gespräch mit Klaus Müller, dem Vorsitzenden des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv): hohe Sicherheit beim Online-Bezahlen geht auch mit wenig Kundendaten! ©Verbraucherzentrale Bundesverband

Online-Bezahldienste: Defizite bei Transparenz und Datenschutz

Wie sicher sind Online-Bezahldienstleister und wie sparsam und transparent gehen sie mit erhobenen Daten der Kundinnen und Kunden um? Das war das Thema einer Studie des „Marktwächter Digitale Welt“ der Verbraucherzentrale Brandenburg, bei deren Vorstellung vergangene Woche ich dabei war.

Insgesamt sechs solcher Bezahldienstleister hat der Marktwächter genauer unter die Lupe genommen. Die Sicherheit ist bei allen Anbietern gut. Anders sieht es jedoch mit der Datensparsamkeit und der Transparenz aus. So werden für einen einfachen Bezahlvorgang je nach Dienstleister zwischen vier und 13 Einzeldaten abgefragt, die teilweise auch an Dritte weitergegeben werden. Es werden also häufig deutlich mehr Daten erhoben, als für die sichere Zahlungsabwicklung notwendig wären. Die Datenschutzerklärungen sind in den meisten Fällen unkonkret und missverständlich. Beim Anbieter PayPal braucht man beispielsweise 24 Minuten, um allein die Datenschutzerklärung durchlesen zu können. Auf weiteren 48 Seiten (!) erfährt man, welche Daten an welche Dritte weitergegeben werden.

Unterm Strich also eine deutliche Diskrepanz zwischen den Wünschen der Kunden und den Notwendigkeiten für einen sicheren Bezahlvorgang auf der einen Seite und den Angeboten der Bezahldienstleister auf der anderen Seite. Und ein klarer Handlungsauftrag an uns Politikerinnen und Politiker, hier für klare Regeln zugunsten von Verbraucher- und Datenschutz tätig zu werden.

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