In 20 Fragen

Wo sind Deine Wohlfühlorte?
Im Grünen, beispielsweise im Stadtpark und Herzogspark oder auf der Walhalla; im Urlaub an Orten wie im Pariser Musée d’Orsay. Ebenso gerne bin ich aber auch im Regensburger Baseballstadion, wo ich unsere „Legionäre“ frenetisch anfeuern kann. Das sind alles Orte, wo ich „die Seele baumeln lassen“ kann. Und manchmal reicht dafür auch die heimische Couch mit meiner Frau vorm Fernseher.

Was inspiriert Dich – für Deine Arbeit und Dein Privatleben?
Die besten Ideen entstehen für mich bei Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern. Im direkten Gespräch bekomme ich viel mehr mit als am Telefon und in der Mail. Auch die Kommunikation im Dialekt kann Nuancen haben, die sonst verloren gehen.

Was bedeutet für Dich „grün sein“?
Nachhaltig, zukunftsgewandt, weltoffen, neugierig. Und immer mit der Möglichkeit, sich aktiv beteiligen zu können.

Welche sind Deine grünen Lieblingsprojekte auf Landes- und Bundesebene?
Vor allem die ökologische Erneuerung. Wichtige Bausteine der nächsten Jahre sind die Verkehrswende und die Wende in der Landwirtschaft. Da liegt meines Erachtens sehr viel im Argen und man kann mit einfachen Veränderungen und mit breiter gesellschaftlicher Unterstützung soviel zum Positiven wenden.

Wann haben wir die Energiewende abgeschlossen?
Sie wird nie gänzlich abgeschlossen sein, es gilt immer zu optimieren. Die Energiewende ist auch eng an die Wärmewende, die Verkehrswende und weitere technische Entwicklungen gebunden. Innerhalb der nächsten sechs bis sieben Jahre sollten wir allerdings aus der Atomkraft raus sein und innerhalb von 20 Jahren dann endlich auch aus der Kohle. Womit zumindest die Wende zu komplett erneuerbaren Energien geschafft wäre.

Diskutierst Du auch im Privaten gerne politische Themen?
Ja, sehr viel sogar. Gerade am Abend, wenn ich mit meiner Frau die Tagesschau oder auch die Heute-Show gucke, sind die Inhalte häufig Aufhänger für tiefergreifende Gespräche und Ideen. Auch im Freundeskreis und jenseits des Grünen-Klientels spielt Politik eine große Rolle – vielleicht auch zum Leidwesen der Freunde…

Gibt es denn Freundschaften, die unter politischen Differenzen gelitten haben?
Nein, ich unterscheide genau zwischen Freunden (die ich auch bei den Grünen habe) und politischen Weggefährten. Aber Verwerfungen gibt es nicht. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass im engeren Freundeskreis niemand ist, der so ganz andere Vorstellungen hätte, in welche Richtung sich die Gesellschaft entwickeln sollte.

Was bedeutet Dir die Oberpfalz?
Heimat.

Was bedeutet Dir Berlin?
Eine Stadt für wichtige Entscheidungen, mit viel erlebbarer Geschichte und einem breiten Kultur- und Freizeitangebot, allerdings kein Sehnsuchtsort.

Wie sieht in 15 Jahren der Verkehr in der Oberpfalz aus?
Viele Fahrräder, mehr Züge, weniger Autos – in denen aber mehr Leute sitzen.

Hast Du politische Vorbilder?
Man kann sich von sehr vielen Menschen und Kolleg*innen etwas abschauen. Eine einzige konkrete Person zu nennen wäre dabei schwer. Aber wenn man mal über die Partei hinaus und zeitlich zurück blickt: Helmut Schmidt war ein sehr beeindruckender Politiker. Ich habe ihn allerdings nur als „Elder Statesman“ kennengelernt, an seiner früheren aktiven Zeit gäb’s sicherlich einiges kritisch zu beurteilen.

Wie begegnest Du politisch Andersdenkenden?
Mit Respekt und klaren inhaltlichen Überzeugungen. Eine Ausnahme bilden rechte Populisten, die an keinem konstruktiven Austausch interessiert sind.

Und wie argumentierst Du gegen die politische Rechte?
Mit überzeugenden grünen Inhalten – so lange das Gegenüber bereit ist, meine Argumente zu hören und zu reflektieren.

Welchen politischen Gegner würdest Du gerne bei einem Bier vom Gegenteil überzeugen?
Schwierig. Mit vielen müsste ich nicht unbedingt ein Bier trinken, andere lassen sich nicht überzeugen. Vielleicht Sigmar Gabriel. Mit ihm könnte man sich mal differenzierter über das Freihandelsabkommen unterhalten. Und ihm vielleicht klar machen, dass die Energiewende nicht mit Briketts stattfinden kann.

Was ist für Dich ein gelungener Arbeitstag?
Wenn man auf kleine Erfolge zurückblicken kann, etwas umsetzen/realisieren konnte. Manchmal auch einfach, wenn die To-do-Liste verkleinert werden konnte.

Wie sieht Dein perfekter Sonntagmorgen aus?
Neben meiner Frau aufwachen, gemütlich mit ihr und Freunden frühstücken. Idealerweise mit Pfannkuchen.

Buch oder Tablet?
Buch.

Wandern oder Radeln?
Im Alltag Radeln, in der Freizeit Wandern.

Haus mit Garten oder Stadtwohnung?
Beides denkbar. Hauptsache viel Grün ist in der Nähe. Am liebsten mit ein bisschen Wildwuchs.

Wie würdest du deinen Humor beschreiben?
Auf jeden Fall sehr ausgeprägt. Kabarett trifft meinen Geschmack meistens besser als Comedy. Wenn man so will eine Mischung aus Josef Hader, Martina Schwarzmann und Hannes Ringlstetter. Zum Wochenendauftakt gehört natürlich zusätzlich die heute-show mit Oliver Welke und Gernot Hassknecht. Es darf also ruhig kräftig deftig sein.“