Mitarbeiter_innen des JMD der KJF und der Jugendwerkstatt Regensburg mit MdB Schmidt     Foto: JMD Regensburg KJF

Besuch bei den Jugendmigrationsdiensten in Regensburg

Bei einer Konferenz in Berlin hatte ich bereits im vergangenen Jahr die Arbeit der Jugendmigrationsdienste kennengelernt. Bei einem vor Ort-Termin in Regensburg habe ich nun einen vertieften Einblick in die Arbeit, die Aufgabenstellungen und auch die Probleme der Jugendmigrationsdienste gewinnen können.
Es ist skandalös, dass sich die Finanzierung durch den Bund seit 2007 (!) quasi nicht verändert hat, sich die Zahl der Klienten aber fast verdreifacht hat. Gerade bei uns in Bayern gibt es demnach viele Landkreise, in denen junge Zugewanderte keinen oder nur schwer Zugang zum Jugendmigrationsdienst haben. Wenn es um die Versorgung durch Jugendmigrationsdienste geht, liegt Bayern auf Platz 15 in Deutschland – also ganz schon weit hinten!
Hier werde ich politisch nachhaken – ich halte Euch auf dem Laufenden.
Mehr dazu im Bericht von Anja Arndt-Grundei vom Jugendmigrationsdienst Referat Migration und Integration Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V..
Der folgende Bericht und das Foto haben der Jugendmigrationsdienst freundlicherweise zur Verfügung gestellt:

 

Besuch des Bundestagsabgeordneten Stefan Schmidt bei den Jugendmigrationsdiensten in Regensburg

Nachdem der Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Stefan Schmidt im November 2017 der Einladung des Jugendmigrationsdienstes der KJF Regensburg e.V zur trägerübergreifenden Konferenz der Jugendmigrationsdienste in Berlin folgte und dort sein Interesse an der Arbeit der Beratungsstellen für junge Zuwanderer in Regensburg bekundete, besuchte er am 12.07.2018 die Jugendmigrationsdienste in Regensburg.

Zunächst erhielt Herr Schmidt einen Einblick über die Bandbreite der Arbeit, basierend auf den bundesweit für alle 450 Jugendmigrationsdienste (JMD) geltenden Grundsätzen des Bundeministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zur Durchführung und Weiterentwicklung des Programms 18 im Kinder- und Jugendplan des Bundes „Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund“. Nach diesen Grundsätzen ist die Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund ein wichtiger Baustein der Kinder- und Jugendpolitik des BMFSFJ. Sie soll zur Erhöhung der Chancengleichheit und Verbesserung der Rahmenbedingungen und Zugangschancen von jungen Migranten, insbesondere am Übergang Schule – Ausbildung – Beruf, beitragen.

Zielgruppe des JMD sind vor allem neu zugewanderte junge Menschen im Alter von 12 bis 27 Jahren und deren Eltern, sowie die für diese relevanten haupt- und ehrenamtlichen Bezugspersonen, Institutionen, Gremien und (Bildungs-)Einrichtungen.

Das Angebot der Jugendmigrationsdienste umfasst Beratung und Begleitung junger Migranten in allen Lebensbereichen. Hierzu zählen die sozialpädagogische Begleitung vor, während und nach Integrationskursen, vielfältige Gruppenangebote, Netzwerk- und Sozialraumarbeit, Initiierung und Begleitung der interkulturellen Öffnung, Initiierung und Management von Integrationsprojekten.

Mit einem ausgewählten Fallbeispiel wurden Herrn MdB Schmidt die zahlreichen systemischen, rechtlichen und individuellen Herausforderungen aus der Praxis vorgestellt.

Eine der wichtigsten Informationen war, dass sich, u.a. durch die Zunahme an Klienten mit Fluchthintergrund, die Klientenzahlen seit 2011 verdreifacht haben. Die Mittel des Bundeministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) für Personal und Kurse wurden jedoch seit 2007 nur unwesentlich verändert. So wurde dem MdB z.B. auch erläutert, dass Bayern das Bundesland mit den zweitmeisten Zuzügen aus dem Ausland ist, aber auf dem 15. Rang liegt, wenn es um die Versorgung durch den Jugendmigrationsdienst geht. In Bayern gibt es viele Landkreise, in denen junge Zugewanderte kaum oder keinen Zugang zu einem Migrationsfachdienst wie dem JMD haben.

Die Mitarbeiter_innen loben zwar das Engagement des BMFSFJ in Form von Finanzierung spezieller Projekte bezüglich zentraler Themen der Migrationsgesellschaft. Sie kritisieren jedoch, dass diese Projekte der Basis erfolgreicher Integration, die durch die tägliche Arbeit der JMDs begleitet wird, keine reelle Unterstützung bieten.

Die JMDs freuen sich sehr über das Interesse von MdB Stefan Schmidt und hoffen, dass er ihre Anliegen, vor allem die Notwendigkeit einer besseren finanziellen und somit personellen Ausstattung der JMDs um diese in ihrer ursprünglichen Funktion zu stärken, in seinen Gremien und bei seinen Kolleg_innen einbringen wird.

Die bundesweit flächendeckende Sicherstellung der Beratung und Begleitung durch die Jugendmigrationsdienste ist eine essentielle Voraussetzung für das Gelingen von Integration neuzugewanderter junger Menschen.

 

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