Sommer-Radl-Tour: Tag 2

Gleich nach der Ankunft mit der Bahn in Windischeschenbach wurden meine vom Vortrag noch strapazierten Waden (trotz Unterstützung durch das E-Bike) angesichts von 14% Steigung auf eine erste Bewährungsprobe gestellt. Da hat auch der Anblick der riesigen Gewerbegebiete hinter Windischeschenbach natürlich nicht geholfen. Dieses Beispiel an Flächenversiegelung führt deutlich die Tatsache vor Augen, dass im Landkreis Neustadt an der Waldnaab der Flächenverbrauch höher als in anderen Landkreisen ist (Zunahme an Siedlungs- und Verkehrsfläche im Landkreis um 39,8% von 2000 bis 2015).
Zum Glück war die weitere Fahrt auf dem Waldnaabtal-Radweg sehr angenehm, dank der Bäume auch verhältnismäßig kühl und so schön, dass ich alle paar Minuten angehalten, die Natur genossen und ein Foto gemacht habe. Nach einer Pause in einer Blockhütte ging es über Falkenberg nach Mitterteich zur E-Tankstelle.
Hier bin ich mit Bürgermeister Roland Grillmeier, Florian Rüth vom Regionalmanagement des Landkreises Tirschenreuth, Uli Deinzer vom Stadtbauamt Mitterteich, Kreisrätin Lisa Rauh und Franz Heinrich vom Grünen-Kreisverband Tirschenreuth zusammengetroffen. Die E-Tankstelle wurde mit Förderung des Bundes errichtet und ist die erste E-Tankstelle von geplanten knapp 20 im Landkreis Tirschenreuth. Bei siedender Hitze waren wir uns einig: Für ein vernünftiges Wachstum nicht-fossiler Antriebsformen braucht es auch eine entsprechende Infrastruktur. Es ist zwar gut, dass der Bund eine Anschubfinanzierung leistet, nötig ist aber ein stärkeres Engagement der Wirtschaft, damit wir in dem Bereich den Anschluss nicht verlieren. Auch das Klein-Klein und die verschiedenen technischen Lösungsansätze der verschiedenen Anbieter und Hersteller z.B. bei Ladesteckern oder Bezahlmöglichkeiten werden oft und aus Kundensicht nachvollziehbar kritisiert. Zumindest in Mitterteich klappt das mit dem Bezahlen via QR-Code, ich habe es vor Ort gleich mal selbst getestet.

Die letzte Etappe des Tages führte mich über Kondrau (da, wo auch das gleichnamige Wasser seinen Ursprung hat) nach Waldsassen zur Umweltstation im Kloster. Zusammen mit der Grünen Landtags-Direktkandidatin Anna Toman und Franz Heinrich bekam ich von Brigitte Sommer vom Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen eine Führung durch das grüne Gartenjuwel. Jährlich kommen etwa 10.000 Besucher*innen, davon viele Schulklassen und erleben u.a. die Gartenanlage (Kneipp, Hildegard von Bingen – die klösterliche Anbindung ist da sehr spürbar), die sehr von einer Landesgartenschau profitiert hat. Garten und Umweltstation mit wabenförmiger Bienensauna und Wildbienen-Hotel sind eine gut durchdachte und runde Sache. Besonders die Bienensauna hat mich begeistert: Die Geräusche der Bienen, dazu die Gerüche – da gönnt man sich gerne eine kleine Auszeit.


Offen gestanden hatte ich mir die Übernachtung hinter dicken Klostermauern kühl und erfrischend vorgestellt – angesichts der tagelangen Gluthitze war die Temperatur trotz dicker Mauern auch in meiner Kammer noch höher als erwartet – immerhin nachts hat es dann doch noch abgekühlt.