Sogenannter „Marsch für das Leben“: Bischof Voderholzer sucht die falschen Verbündeten

PRESSEMITTEILUNG

MdB Stefan Schmidt zum sogenannten „Marsch für das Leben“: Bischof Voderholzer sucht die falschen Verbündeten

„Wer ganz bewusst mit Extremist*innen Seite an Seite marschiert, der schwächt unsere freiheitliche Demokratie und untergräbt vorsätzlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Tatsache, dass der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und das Diözesankomitee sich mit zwei Bussen am sogenannten „Marsch für das Leben“ am kommenden Wochenende in Berlin beteiligen wollen, obwohl diese Veranstaltung bereits in den Vorjahren von der Neuen Rechten und der AfD erkennbar instrumentalisiert wurde, ist schockierend“, so der Oberpfälzer Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt.

Schmidt hatte Bischof Voderholzer und das Diözesankomitee im August in einem Schreiben auf die Unterwanderung der Veranstaltung durch Neue Rechte und AfD hingewiesen und darum gebeten, diese Gruppen durch die Unterstützung aus dem Bistum Regensburg nicht auch noch aufzuwerten und einen bürgerlichen Anstrich zu verleihen. Zugleich betonte der Abgeordnete ausdrücklich, dass es das gute Recht des Bischofs und der Gläubigen sei, sich gegen Schwangerschaftsabbrüche auszusprechen und für ihre Position zu werben – auch wenn er selbst anderer Überzeugung als die katholische Kirche sei, wie Schmidt betont.

Leider zeigte sich Bischof Voderholzer in seinem Antwortschreiben in keinster Weise problembewusst und konnte oder wollte keinerlei rechte Unterwanderung der Veranstaltung erkennen. „Dabei sollte gerade Bischof Voderholzer wissen, mit welchen Gruppen er sich bei dieser Kundgebung gemein macht, da er im vergangenen Jahr selbst Augenzeuge war und dort gepredigt hat. Gläubige aus dem Bistum Regensburg sollen also nach dem Willen des Bischofs Seite an Seite mit Menschen demonstrieren, die zwar auch gegen Schwangerschaftsabbrüche sind, aber zugleich auch Kindern ein Aufwachsen und den Tod in Kriegsgebieten zumuten oder auf schutzsuchende Kinder an unseren Grenzen schießen lassen würden?“, ist Schmidt fassungslos über die einseitige Engstirnigkeit des Bischofs.
Die evangelische Kirche hat dagegen bereits vor vier Jahren beschlossen, den Bundesverband Lebensrecht e.V. aufgrund von „inhaltlichen Differenzen“ nicht mehr zu unterstützen und steht dem sogenannten „Marsch für das Leben“ kritisch gegenüber.

„Ich hoffe, dass die Gläubigen aus dem Bistum Regensburg besser als Bischof Voderholzer erkennen, mit wem sie sich beim sogenannten „Marsch für das Leben“ einlassen. Mit Nächstenliebe haben diese Verbündeten beim sogenannten „Marsch für das Leben“ wenig im Sinn – genauso wenig wie mit unserem Grundgesetz“, so der Oberpfälzer Grünen-Bundestagsangeordnete abschließend.