Nachhaltiger Tourismus aus der Oberpfalz

Der Klimawandel macht sich immer stärker bemerkbar – und das trifft allzu oft den Skibetrieb in Bayern und auch meiner Heimat, der Oberpfalz.
Deshalb wollte ich wissen, welche Erfahrungen das Skilanglauf-Zentrum Silberhütte in Bärnau dahingehend gemacht hat. Anfang Oktober habe ich mich mit Anna Toman, der Direktkandidatin des Landkreises Tirschenreuth, und Herrn Alfred Schöberl, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Silberhütte, bei frostigen 2,5 Grad vor Ort getroffen – nur ein paar Schritte weit weg von der tschechischen Grenze.

Herr Schöberl hatte aber gute Nachrichten zum Thema Klimawandel für uns: Zumindest an der Silberhütte ist die Regenmenge über die Jahre relativ konstant geblieben – allerdings fiel auch ihm als ehemaligem Wasserwirtschaftler auf, dass die Niederschläge sich immer stärker konzentrieren. Das hat zur Folge, dass der Regen oft nicht in den Boden einsickern kann, sondern darüber hinweg und gleich weiter zu den Abläufen schießt.

Deswegen ist das Thema Wasserspeicherung DAS Zukunftsthema für die Silberhütte, vor allem in Hinblick auf den Einsatz der vereinseigenen Schneekanone. Im Gegensatz zu alpinen Skigebieten wird diese auf der Silberhütte aber sehr sparsam eingesetzt. Dank der niedrigen Temperaturen reicht es, die Loipe pro Saison ein einziges Mal zu beschneien. Energietechnisch ist das natürlich auch viel besser so!

Die Kundschaft der Silberhütte sind neben Tagestouristen auch viele Schulen aus einem weiten Einzugsgebiet, das z.T. sogar bis Regensburg und Nürnberg reicht. Attraktiv ist dabei vor allem der umfangreich ausgestattete Skiverleih des Fördervereins, der bis zu drei Schulklassen pro Tag mit guten Langlaufski ausrüsten kann. Damit leistet die Silberhütte einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zum Schulsport.

v.l.n.r.: Alfred Schöberl, MdB Stefan Schmidt, Anna Toman

Im Sommer ist der Standort Silberhütte ebenfalls gefragt, dann vor allem von Wanderern und (E-)Bikern, die laut Schöberl oft auch aus der im Vergleich zu Deutschland geradezu „fahrradverrückten“ Tschechischen Republik kommen. Hier wird leider aber viel Potenzial verschenkt – nicht vom Skilanglaufzentrum, jedoch von der Schutzhütte mit Gasthaus, die direkt unterhalb des Loipengeländes liegt und deren Bewirtschaftung und Instandhaltung durch den zuständigen Oberpfälzer Waldverein leider nicht gerade mit Sorgfalt bedacht wurde. Dieser Meinung war auch Anna Toman, der die Zukunft des Tourismus auf der Silberhütte als quasi benachbarte Politikerin auch sehr am Herzen liegt.

Insgesamt hat sich das Skilanglaufzentrum uns aber von seiner besten Seite gezeigt –  hier wird mit Sinn und Verstand geplant, abgewogen und umgesetzt, nicht zuletzt auch unter Berücksichtigung der umgebenden Natur. Möglich gemacht wird das alles zu einem nicht geringen Teil durch den immensen ehrenamtlichen Einsatz des Fördervereins. Die Silberhütte ist für mich ein schönes Beispiel dafür, dass nachhaltiger Tourismus, der auf die Bedürfnisse von Natur und Gästen gleichermaßen Rücksicht nimmt, keine Utopie, sondern gelebter Alltag sein kann.
Da kommt man doch gerne wieder.

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