Die Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration ist eine politische und ethische Bankrotterklärung

PRESSEMITTEILUNG Zur Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration erklärt der Regensburger Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt:

Mit der Fristverschiebung treten CDU/CSU und SPD das Staatsziel Tierschutz ebenso mit Füßen wie den obersten Grundsatz des Tierschutzgesetzes.
Seit fünf Jahren ist allen Beteiligten bekannt, dass die grausame Praxis der Kastration ohne Betäubung enden soll. Allerdings haben sich Agrarlobby, Schlachtunternehmen und Einzelhändler in diesen fünf Jahren gegen eine Umsetzung dieses Gesetzes gewehrt und die schwarz-rote Bundesregierung beugt sich jetzt diesem Druck.

Das Gesetz enthält eine Fristverlängerung um zwei Jahre für die betäubungslose Kastration von männlichen Ferkeln. Die bereits seit 2013 bestehende gesetzliche Vorgabe, mit dieser tierquälerischen Praxis bis Ende dieses Jahres aufzuhören, wird ausgehebelt. Anstatt den Umbau der Tierhaltung voran zu treiben, sichert die Bundesregierung auf Kosten von etwa 40 millionenfachen Tierleid lieber die Profite der Schlachtindustrie. Die SPD ist dabei allem Anschein nach nur Steigbügelhalter der unionsgeführten Agrarpolitik. Wie ich diese Woche bei den Beratungen im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft erlebt habe, unterstützt auch die AfD-Fraktion die Schwächung des Tierschutzgesetzes und würde sogar noch einen Schritt weitergehen.

Ich werde heute im Bundestag gegen die Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration für weitere zwei Jahre stimmen.

Diese Bundesregierung ist ein Freund der Schlachtindustrie und der Alptraum aller Tiere. Wir brauchen eine Abkehr von der industriellen Tierhaltung und bessere Tierschutzgesetze.

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