Oberpfalz & Bayern

Außerhalb der Sitzungswochen im Deutschen Bundestag versuche ich möglichst viele Termine in der Oberpfalz wahrzunehmen.
Für mich ist klar: Bei meiner Aufgabe als MdB spielt der enge und vertrauensvolle Austausch mit engagierten BürgerInnen und LokalpolitikerInnen vor Ort eine wichtige Rolle. Gerne diskutiere ich auch mit Euch über meine politische Arbeit im Bundestag sowie über aktuelle Ereignisse und Themen, die euch bewegen.

Stefan unterwegs - Jeder Tropfen zählt

Kreislaufwirtschaft ist eine großartige Sache und eine ur-grüne Idee.
Die Firma Lesch aus dem mittelfränkischen Thalmässing praktiziert dieses Prinzip und stellt aus dem alten Speisefett oder Öl aus unserer heimischen Küche Bio-Diesel her. Eine tolles Projekt, die unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und der CO2-Bilanz klare Vorteile mit sich bringt. 

Bisher landet altes Fett aus Privathaushalten oft im Biomüll, dem Restmüll oder in der Kanalisation, wo es im schlimmsten Fall zu verstopften Abflussrohren kommt und auch in den Kläranlagen verursachen Fettablagerungen hohe Säuberungskosten. Da ist es doch viel besser, wenn aus unserem alten Fett und Öl etwas Sinnvolles und Nützliches entsteht.
Deswegen war ich auch neugierig und habe ich die mittelständische Firma auch sehr gerne zusammen mit Christoph Leikam von den Grünen aus Hilpoltstein besucht und mich über das innovative Projekt aus erster Hand informiert.
Das Problem an der Idee ist nur: Wie kommt unser gebrauchtes Frittier- und Bratfett zum Altfettrecycling? Die Lösung ist hitzebeständig, wiederverwertbar und sogar mit Blindenschrift versehen. Die grünen Sammelflaschen von „Jeder Tropfen zählt“ nehmen Fett und Öl auf und können dann in den rund um die Uhr zugänglichen Sammelautomaten abgegeben werden. Aus einer Sammelflasche mit 1,2 Kilo Altfett macht die Firma Lesch dann rein mechanisch ohne Chemie Bio-Diesel für etwa 20 Kilometer.
Dieser Bio-Kraftstoff hat demnach eine um 90% bessere CO2 Bilanz als regulärer Diesel.

Bisher umfasst das Sammelsystem im Pilotprojekt ca. 27.000 Haushalte und wird unter unterschiedlichen Gegebenheiten (Stadt/Land) in Mittelfranken getestet.
Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt noch bis diesen März gefördert. Eine weitere Förderung wird angestrebt und auch das Interesse bei Kommunen an dem Projekt nimmt zu – denn die Städte und Gemeinden (und damit letztlich wir BürgerInnen) sparen durch weniger Fett und Öl in Kanalisation und Kläranlage bares Geld.
Die Menge an gebrauchtem Speiseöl in Deutschland ist durchaus groß: Laut einer Studie des Branchenverbands abfallbasierter Kraftstoffe liegt das Sammelpotential in deutschen Privathaushalten bei 100.000 t pro Jahr.

26.02.2020

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