12. Februar 2026

Längere Arbeitszeiten und Steuerbefreiung von Überstunden – löst das Personalprobleme in der Tourismusbranche?

Die Bundesregierung hat am 28. Januar 2026 die Nationale Tourismusstrategie beschlossen. Mein Fazit dazu fällt ernüchternd aus: Der Beschluss wirkt wie ein Sammelsurium aus Worthülsen und vagen Zielbeschreibungen.

Der starke Fokus auf eine kurzfristige Wettbewerbsfähigkeit macht den deutschen Tourismus weder nachhaltiger noch wirklich zukunftsfähiger. Eine zentrale Stellschraube, auf die Union und SPD setzen, sind flexiblere Arbeitszeiten für Beschäftigte in der Tourismusbranche. Konkret soll die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden flexibler auf einzelne Wochentage verteilt werden können.

Damit stellt sich die grundsätzliche Frage, ob die Bundesregierung tatsächlich glaubt, dass das Aufweichen des Achtstundentages und steuerfreie Überstundenzuschläge die Personalprobleme in der Tourismusbranche lösen werden.

Daran darf gezweifelt werden, denn auf meine Nachfrage wollte die Bundesregierung ihre Versprechen weder wiederholen noch konkretisieren. Das überrascht wenig, wenn man die Zahlen betrachtet: Eine Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbunds zeigt, dass 72 Prozent der Beschäftigten nicht länger als acht Stunden pro Tag arbeiten wollen. Bei Arbeitszeiten von mehr als zehn Stunden lehnen sogar 98 Prozent dies ab.

Eine weitere mögliche Stellschraube der Bundesregierung sind steuerfreie Überstundenzuschläge. In der Realität erhalten würden davon aber nur 1,4 Prozent der Beschäftigten profitieren. Alle anderen erhalten keine Zuschläge auf Überstunden.

Für mich zeigt das deutlich: Die vorgeschlagenen Maßnahmen wirken wie eine Luftnummer – und es entsteht der Eindruck, dass nicht einmal Teile der Bundesregierung selbst wirklich von ihrer Wirksamkeit überzeugt sind.

Hier geht es zur Antwort zur Flexibilisierung der Arbeitszeit

Hier geht es zur Antwort für steuerfreie Überstundenzuschläge