Dr. Verlinden MdB und Schmidt MdB: „Deutschland als Naturparadies erhalten“
„Die Zukunft des Tourismus in Deutschland liegt im naturverträglichen Reisen. Tourismus und Naturschutz müssen Hand in Hand gehen, damit die Menschen auch in Zukunft Zugang zu Naherholung in unseren artenreichen Wäldern, an sauberen Stränden und an den vielfältigen Flusslandschaften finden“, sagt Dr. Julia Verlinden, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen mit Blick auf den grünen Antrag „Natur erleben, Umwelt schützen – naturverträglichen Tourismus als Gewinn für alle stärken“. Der Antrag wird am morgigen Donnerstag, 24. September 2026, ohne Debatte in den Bundestag eingebracht. Nach dem folgenreichen Hitzesommer 2026 und mit Blick auf den Welttourismustag am Sonntag wollen die Grünen daran erinnern, wie sensibel unsere Natur und wie wichtig ein behutsamer Umgang mit ihr ist – auch beim Reisen.
Die Grüne Bundestagsfraktion fordert in ihrem Antrag gezielte Maßnahmen, um den naturverträglichen und nachhaltigen Tourismus in Deutschland zu stärken. So soll neben der Förderung von Radwegen unter anderem die sogenannte Realkompensation wiedereingeführt werden. Dabei werden Umweltzerstörungen, beispielsweise durch Verkehrsinfrastrukturprojekte, ausgeglichen, indem ortsnahe und ökologisch hochwertige Ausgleichsflächen geschaffen werden. Damit bleiben Orte der Naherholung erhalten. Der Bundestag hat die Realkompensation erst im Juni mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD abgeschafft. Darüber hinaus fordern die Grünen, touristisch attraktive Gewässer zu schützen und nachhaltig mit Wasserressourcen umzugehen. Dazu gehört beispielsweise, Flüsse und Auen mithilfe von Förderprogramm und Anreizen zu renaturieren.
„Wir wollen Deutschland als Naturparadies erhalten und erlebbar machen. Eine gesunde Natur ist keine bloße Kulisse, sondern Grundvoraussetzung für einen florierenden Tourismus“, begründet Stefan Schmidt, Sprecher für Tourismuspolitik, den Antrag und erläutert das an einem Beispiel. „Wenn Flüsse durch Wehre, Staustufen und andere Querbauwerke zerschnitten werden, schadet das nicht nur der Natur, sondern erschwert auch das naturnahe Wasserwandern mit Kanu, Kajak und Stand-Up-Paddle. Von intakter Natur profitieren also alle: Umwelt, Tourismusbranche und Reisende, insbesondere mit schmalem Geldbeutel.“
Das Desinteresse der Bundesregierung kritisiert Schmidt scharf: „Naturverträglicher Tourismus ist eine einzige Leerstelle in der Nationalen Tourismusstrategie. Union und SPD dürfen aber nicht weiter die Augen verschließen. Tourismus bleibt in Zukunft nur dann ein zentraler Wirtschaftsfaktor, wenn der Balanceakt zwischen Naturschutz und Nutzung zur Naherholung gelingt.“
Der Antrag wird in der nächsten Sitzungswoche Anfang Oktober im federführenden Ausschuss für Tourismus beraten.
Hier können Sie den Antrag „Natur erleben, Umwelt schützen – Naturverträglichen Tourismus als Gewinn für alle stärken„ herunterladen.
