Schmidt MdB: „Wozu ein Tourismuskoordinator, wenn Verantwortung abgewälzt wird“
„Die Bundesregierung begreift Temperaturen von über 40 Grad, Waldbrände und Rekordniedrigwasser leider nicht als schrillende Alarmglocken für entschlossenes politisches Handeln. Damit handelt sie fahrlässig und gefährdet den Tourismusstandort Deutschland“, kommentiert Stefan Schmidt, Sprecher für Tourismuspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, die Antwort der Bundesregierung auf seine Kleine Anfrage „Folgen der Klimakrise für den Tourismus“.
„Für die Branche ist so ein Extremsommer sehr herausfordernd. Gäste bleiben aus, Veranstaltungen werden abgesagt und die Unternehmen müssen Hitzeschutzmaßnahmen für ihre Mitarbeitenden ergreifen. Sie erwarten also weniger Einnahmen bei höheren Ausgaben. Gleichzeitig werden die Extremwettereignisse in Zukunft nicht weniger“, so Schmidt weiter.
Diese Gegebenheiten stoßen in der Bundesregierung aber auf Unwissenheit und Ignoranz, wie die Antwort auf die Kleine Anfrage offenbart. Das Bundeswirtschaftsministerium weiß weder, wie sich das Extremwetter in diesem Sommer auf die Umsätze touristischer Unternehmen noch auf die Besucherzahlen ausgewirkt hat. Ebenso wenig plant es ein Gesprächsformat mit der Branche zu den Folgen der Klimakrise für den Tourismus oder ein dauerhaftes Monitoring. Stattdessen verweist das Ministerium auf die Zuständigkeit der Bundesländer.
Dafür hat Schmidt kein Verständnis: „Wozu braucht es einen Tourismuskoordinator, wenn die Bundesregierung zum einen kaum Kenntnisse über den Tourismus in Deutschland hat und zum anderen die Verantwortung dafür reflexartig auf die Länder schiebt?“
Was dem Grünen-Abgeordnete besonders aufstößt: Aus der Aussage des Bundeskanzlers im August, wonach die Bundesregierung alles tue, um den Klimawandel zurückzudrängen, sollen keine branchenbezogenen Maßnahmen folgen.
„Die Bundesregierung muss aufhören, leere Versprechungen abzugeben, die Menschen und Unternehmen nur enttäuscht zurücklassen“, mahnt Schmidt. „Stattdessen muss sie endlich konkrete Maßnahmen ergreifen, um den inländischen Tourismus vor den Folgen der Klimakrise zu schützen und die Branche bei der Anpassung aktiv zu unterstützen.“
Hier finden Sie die Antwort auf die Kleine Anfrage „Folgen der Klimakrise für den Tourismus“.
