24. Juni 2026

Umsetzung des öffentlich verwalteten Standarddepots in Verzug

Die Bundesregierung hat scheinbar noch immer keinen Fahrplan für die Umsetzung des öffentlich verwalteten Standarddepots erstellt. So lese ich die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf meine Kleine Anfrage „Umsetzung des öffentlich organisierten Standarddepots für die private Altersvorsorge“. Obwohl das Depot zum 1. Januar 2027 auf den Markt kommen soll, gibt es noch immer keinen öffentlichen Träger für das Standarddepot. „Das Bundesministerium der Finanzen ist innerhalb der Bundesregierung und mit möglichen Trägern im Gespräch“, heißt es vonseiten des Finanzministeriums.

Damit ist die pünktliche Umsetzung des öffentlich verwalteten Standarddepots ernsthaft in Gefahr. Während private Anbieter, wie Banken und Finanzunternehmen, schon jetzt für ihre neuen Altersvorsorgeprodukte ab dem 1. Januar 2027 werben, muss für das öffentliche Produkt nicht nur ein Träger gefunden werden. Auch die notwendige Infrastruktur für die Kontenverwaltung und das Kundenmanagement muss erst noch aufgebaut werden. Ob das alles noch bis Jahresende bewerkstelligt werden kann, vage ich leider zu bezweifeln.

Wettbewerbsgleichheit und eine echte Chance für eine günstige private Altersvorsorge bekommen die Menschen aber nur, wenn öffentliche und private Produkte zeitgleich zum 1. Januar 2027 auf den Markt kommen. Wenn das öffentliche Depot nicht zeitgleich mit den privaten Produkten startet, sichern sich private Anbieter mit fertigen Vertriebsstrategien einen großen Teil des Markts – und die Verbraucher zahlen am Ende drauf. Das müssen wir verhindern!